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den Bemerkungs würdigen Ausschlag geben. Von den geistlichen Ständen. Es ist ausser allem Zweifel gesetzt, dass die Geistlichkeit in der Buccowina am meisten begütert, und den grössten Theil des Landes ausmache. Der Klerus wird eingetheilt in den Bischoff von Radauz, und mehrere Klöster mit ihren Vorstehern. Der Bischoff welcher zu Radauz ebenfalls wohnhaft, ist ohnstreitig der erste des gesamten Klerus in der Buccowina, doch erstrecket sich seine Macht lediglich auf die Poppen welche zu seiner Diocces gehörige. So wie nun dieser
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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und gehäufte Missbräuche rouilliren zu lassen, und den Hang des geistlichen Standes, Klöster und Priester zu aller Unwissenheit und Unordnung zu befestigen, deren vervielfältigte Gattungen zu beschreiben ohnmoglich wäre, so mag die alleinige Benehmungs-Art deren Vorsteher, wobey ich die Missbräuche und ohnmasgebliche Abhilfs-Vorschläge in geziemendster Unterwürfigkeit zu unterlegen mich unterfange, zum überzeugenden Beyspiel dienen. Missbräuche der Kloster. Der wahre Zustand des Geistlichen Standes besteht in Ausübung der griechischen Religion nach der Norma des heil<iges> Basilii, allein die Art des orientalischen
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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und Ansehen, da es vorzüglich seinen Rechten zuständig ware, einen derley Vorsteher, ohne dass der Erzbischoff solchen anzunehmen sich jemals hatte weigern können, zu benennen, denselben im Gegentheil beleidiget haben würde. Ohnangesehen die Fürsten von der Moldau, welche den Thron, und ihre Unterhaltung mit dem Gelde erhalten, diese Wahl als eine Kleinigkeit anzusehen, und daran sich nicht zu kehren gewohnet, mithin dem Erzbischoffen dieselbe willkührlich überlassen ist. Da nun dieser Erzbischoff, um sich in seiner Würde nach der orientalischen Art lebend
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Es ereignet sich zwar zu Zeiten, dass ein oder anderer derley Vorsteher durch ein personal Wohlgefallen von dem Erzbischoff gewehlet wird, doch pfleget man auch hierbey das Verdienst nicht allemal zum Augenmerk zu nehmen. Der zweite Canal dieses Erzbischoffen sich und die seinigen in einem solchen Gouvernement mit Geld zu versorgen, ist die Visitirung deren Klöster, wie dann unter dieser Gestalt erst dieses Jahr einer seiner Leute in die Buccowina abgeschickt worden, welcher unter solchem Vorwand von denen Vorstehern deren Klöster
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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fremder Pachter abgeführet haben würde, zu entrichten, in Pacht geben. Ich überlasse der hohen und Allerhöchsten Einsicht, ob vorstehende Gegenstände einer Verbesserung würdig zu achten? und da das Ansehen des Erzbischoffen zu Jass in Betreff der Klöster, stetshin dem Fürsten und nicht dem Patriarchen zu Constantinopel unterworfen war, dermalen aber die Buccowina das Glücke hat, in Ihro Kayserlich Königlich Apostolischen Majestät ihrer Fürsten verehren zu können, so erdreistet mich die zuverlässige Kenntnis dieser Landes-Sitten, die überzeugende Denkungsart meiner Compatrioten vereinbaret mit
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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so vorteilhafte Benutzung deren von ihnen, denen Mönchen, meistentheils geschenckten Güter mit desto lebhafterer Freude beherzigen. G. Der anderwärtige Vortheil dieser so heilsamen Einrichtung wäre: dass die Zucht und Ordnung deren Geistlichen nach den Gesätzen und Gebräuchen ihres Ordens hergestellet, und die Kirche in denen Schranken ihrer Religion nach den wahren Grundsätzen des Christenthums erhalten, wie nicht minder die Sitten der Nation, da das Volck ohnehin weder in die Kirche zu gehen, noch für einen Geistlichen Achtung zu haben, gewohnet ist
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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bey Verlassung seiner Hütten auch an den neuen Aufenthalts Ort abführet. In der Moldau findet derselbe jederzeit Güter, welches die Würckung eines geitzigen Gouvernements ist, da der Fürst, so lange er die Rechten der Regierung genieset, nichts als Gelder erpresset, und jeden Bauer, auch ganzen Dörfern die Erlaubnis von einem Ort zum andern zu wandern unter der allgemeinen Bedingnis ertheilet, dass man ihm in jeden Aufenthalts Bezirk die gleiche Abgaben richtig entrichte. Aus eben diesem Beweggrund ist der Bauer nicht mehr
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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das Justiz-Wesen nach orientalischer Art gepflogen, daher die zerschiedene Processe inpuncto usurpationis limitum vervielfältiget, und diese Rechtsstrittigkeiten durch blose Caprice, oder Eigennutz des Fürsten oder durch die Intriquen seiner von Konstantinopel mitgebrachten Ministres, die er nur zum Praejudiz der Gerechtigkeit, und Nachtheil des Divan zu bereichern suchet, geschlichtet, ja was das unerträglichste ist, die nehmlichen Processe oft unter diesen oder jenen Fürsten zehnmal erneuert zu werden pflegen, und die alte Documente meistentheils aus einfältigen, verwirrten, zu täglich neuen Strittigkeiten Anlass gebenden
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Intriquen seiner von Konstantinopel mitgebrachten Ministres, die er nur zum Praejudiz der Gerechtigkeit, und Nachtheil des Divan zu bereichern suchet, geschlichtet, ja was das unerträglichste ist, die nehmlichen Processe oft unter diesen oder jenen Fürsten zehnmal erneuert zu werden pflegen, und die alte Documente meistentheils aus einfältigen, verwirrten, zu täglich neuen Strittigkeiten Anlass gebenden Sätzen bestehen, woher auch in der Moldau die mehresten Strittigkeiten entweder durch Zeugen, oder Verjährung beendiget werden. So wäre bey Zertheilung deren Grundstücken all diesen processualischen Weitläufigkeiten
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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bey Zertheilung deren Grundstücken all diesen processualischen Weitläufigkeiten jedennoch in der Buccowina entgegen zu dammen, wann Kaiserlich Königliche Commissarien zu Beaugenscheinigung des Erdreichs mit dem Allerhöchsten Auftrag, nach vorläufig rechtshältiger Untersuchung deren Grundstücken, und Schrancken den richterlichen Ausspruch zu fallen, und die Marksteine festzusetzen, beordert würden, wodurch nicht nur die gesammte Buccowina, sondern jeder gutdenckender Compatriot in allen befriediget, und die grösste Ordnung und Friede zu erzielen wäre. E. Würde die Beybehaltung einer so eben vermeldtguten Ordnung um so gewisser zu
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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grösste Ordnung und Friede zu erzielen wäre. E. Würde die Beybehaltung einer so eben vermeldtguten Ordnung um so gewisser zu erringen seyn, wann man nach dem eifrigsten Wunsch aller Compatrioten den Bedacht nähme, zu Unterweisung der Jugend in dem Christenthum und sonst erforderlichen Wissenschaften, um aus diesen Sprösslingen seiner Zeit würdige Zöglinge des Staats zu bilden, öffentliche Schulen zu errichten, welches die Liebe der ganzen Moldau aufrecht erhalten, und die Buccowina, da der grösste Theil der Moldau ihre Kinder mit Freud
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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aller Compatrioten den Bedacht nähme, zu Unterweisung der Jugend in dem Christenthum und sonst erforderlichen Wissenschaften, um aus diesen Sprösslingen seiner Zeit würdige Zöglinge des Staats zu bilden, öffentliche Schulen zu errichten, welches die Liebe der ganzen Moldau aufrecht erhalten, und die Buccowina, da der grösste Theil der Moldau ihre Kinder mit Freud und Ungedult dahin abzuschicken, sich angelegen seyn liesse, nahmhaft bereichern würde, und da die Klöster zu Errichtung eines Unkosten Fonds für diese Schulen, ohnehin beyzutragen geneigt wären, und
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Latinismus der Jugend um so eher beyzubringen, als die moldauische Sprache bis zu der florentinischen Kirchen Versammlung des 1439-sten Jahres mit lateinischen Buchstaben geschrieben worden, von welchem noch zur Stunde mehrere Piecen vorräthig sind, so wären für einem erwünschten Erfolg, und die Dedomagirung des Aerarii alle Anstände bereits behoben. Bey vorstehend derer Sachen erläutert Verhälnismäsiger Lage, will nun noch erübrigen den Verfall des Kommerz, und wie solche aufblühend zumachen, getreulichst mitzugeben. Vom Verfall des Kommerz Das Kommerz ist in der ganzen
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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währendder einiger Zeit Frist das Geld den Unterthanen zum Präjudiz anderer Verbesserungen durch besondere Rechnungen abstehlen, so pflegen solche, wann sie durch ihre vortheilhafte Pachtereyen hinlänglich bereichert, sich auser Landes niederzulassen. Ich führe hier zum überzeugenden Beweiss einen gewissen Koczen und Athanasi an, wovon ein jeder durch Pachterey sich in der Buccowina 25.000 fl. zusammen also 50.000 Gulden baares erworben, und nachhin die Moldau, wo sie noch zur Stunde wohnhaft, zu ihren Aufenthalts-Ort bestimmt haben. Der anderweitige Nachtheil wird
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Die Verhängung des Contrebands aber, welche in denen ersteren Occupations-Jahren auch der einzige Urstoff der Emigration gewesen, ware fur die Innwohner von darumen der grösste Verlust, weilen dergleichen in der Moldau einmalen üblich, der Pöbel dessen blose Benennung misskennet hat, und die Mauth-Einnehmer niemalen dem Volck eine diesfällige Verordnung bekannt gemachet, ja wohl noch zur Stunde kaum etwas bekannt ist, mithin die unwissende Unterthanen ohne Publicirung des Gesetzes bestrafet, und des ihrigen verlustiget geworden. Ein trauriges Beyspiel hiervon waren vor meiner
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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der Stelle 30 fl. erleget, und hierbey bey dem Paar noch 30 fl. profitiert hätten, das Stück für 2 Dukaten verkäuflich hindangegeben, welches die ganze Moldau, da die Buccowina von derselben als ein wahrer Zufluchts Ort angesehen wird, sehr befremded, und mehrere Familien sich hierorts niederzulassen, abgeschrecket hat. Die Felder, Wiesen, Flüsse, Weyden und Waldungen seynd gleichfalls nach der angewöhnten orientalischen Gouvernement-Unordnung in der grössten Verwirrung, und wird keiner deren Grundherrn allda anerkennet. Ich will Kürze halber, nur den Gegenstand der
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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wird keiner deren Grundherrn allda anerkennet. Ich will Kürze halber, nur den Gegenstand der Waldungen berühren, um von diesen auf jene einen anwendbaren Schluss folgern zu konnen. Ein jeder Bauer hat die Befugniss in denen Wäldern, ohne Unterschied des Eigenthumers und seiner Wissenheit, das Holz fällen zu dtirfen, woher sich denn ofters ergiebet, dass derselbe in denen schönsten Wäldern aus blosen Muthwillen einige deren schönsten Bäumen anhauet, und nachhin verdorren lässt, bey andern alleinig die Aeste, ohne jemals solche zu brauchen
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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ungesitteten halsstarrigen Volk stetshin ausgesetzet seynd, stehet mithin zu befahren, dass die Wälder nach und nach, so wie jene von Zalisczik, Kotczmann, Suczawa, welche vor ohngefehr 30 Jahren in den blühendsten Zustand versetzet, nunmehro einem gleichen Schicksal unterliegen, gänzlich veröden, und die Buccowina, welche von daher die Benahmsung erhalten, sogar ihre Benennung zu verlieren Gefahr laufe. Um demnach der Auflebung des Kommerz wirksamst entgegensehen zu können, überlasse ich der Allerhochstund hohen Verfügung nachgesetzte Ableitungs Weege. Von der Auflebung des Commerz. A
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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beschwerende Auflagen, durch deren Theuerung der Landmann von den Wirthshäusern entwohnet, sich die Beschäftigung seines zerrütteten Haus-Wesens angelegen hielte, das hinreichendste Mittel, und würde der Nutzen des Aerarii, wenn diese Brandeweinbrennerey in dem Lande angeordnet wäre, in Betreff des Kaldararit und des benöthigenden Kupfers um so vortheilhafter erhöhet werden. B. Wäre zu Aufblühung des Kommerz die Verminderung der Steuer bey der Ausfuhr, und die Bestimmung geringer Abgaben bey aliem Viehund Nahrungs-Producten-Verkauf von darumen nöthig, weilen die Buccowina in Bezug auf ihre
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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und würde der Nutzen des Aerarii, wenn diese Brandeweinbrennerey in dem Lande angeordnet wäre, in Betreff des Kaldararit und des benöthigenden Kupfers um so vortheilhafter erhöhet werden. B. Wäre zu Aufblühung des Kommerz die Verminderung der Steuer bey der Ausfuhr, und die Bestimmung geringer Abgaben bey aliem Viehund Nahrungs-Producten-Verkauf von darumen nöthig, weilen die Buccowina in Bezug auf ihre Laage, die gesamte Vortheile und Nutzen in der Moldau zu suchen, verhalten ist. C. Da eben so nachtheilig dem Kommerz der Verbott
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Ordnung nach besprochen habe. E. Würde der aus der Moldau jährlich entnommene Wein-Betrag dadurch zu beheben seyn, wenn man solchen aus Ungarn herbeyführen und hierdurch Kaiserlichen Unthanen die Nutzniesung angedeyhen liese, in welchem Fall jedoch der vereinbarte Verbot des Brandweins und des Weins aus der Moldau schädlich, und letzterer wenigstens fur einige Zeit von den Abgaben befreyet seyn dürfte. F. Um dem der allgemeinen Ruh, Sicherheit und Besten des Publicums so nachtheiligen Pachtungs-Gegenstand wircksamst entgegen zu dammen, solle weder denen Fremden
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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G. Wäre zur Beruhigung des Publicums, und um den Pöbel von seinen Vergehungen hinlänglich zu verständigen, der Innhalt deren in dem Mauth-Weesen Allerhöchsten Orts erlassenden Verordnungen von Zeit zur Zeit zur Nachricht bekannt zu machen. H. Die Abgabe der Kostina und Dessettina wäre bei dieser neuern Einrichtung als dem Kommerz nachtheilig aufzuheben, zu Entschädigung des Aerarii aber statt deren eine anderweitige Contributions Gattung ausfindig zu machen, und im Fall bey Abführung dieses Imposts es doch sein Verbleiben haben müste, so gehet
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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Fällung des Holzes zur Vorschrift dienen zu lassen habe, denenselben zum Nachverhalt eingeschärfet werde. Ueber vorstehend nunmehro der Ordnung nach erläuterte gemeinnützige Gegenstände beruhet meine letzthinnige Bitte darauf: Wie Ihro Majestät uns wenigstens von der Auflag des Brods, Weins, Früchten und jener Nothdürften, die wir aus der Moldau von unsern eigenthümlichen Gütern, als die zu unserem Hauswesen ohnentbehrliche Bedürfnisse in die Buccowina kommen zu lassen bemüssiget sind, um so mehr auf einige Zeit allergnädigst zu entheben geruhen möchten, als wir hiervon
[Corola-publishinghouse/Memoirs/1474_a_2772]
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desto heilsamerer Gesetzgiebiger Maasnahme aufzudecken, mich unterfangen, nicht verkennet, und mir der Allergnädigste Finger Zeig gegeben werden möge, wie ich mich hierinnenfalls weiters zu benehmen, und welche Kanäle ich hinfort mich der Allerhöchstund hohen Willens Meinung, dann Fortwährung Allerhöchster Huld und Gnaden würdig zu machen unterthänigst-gehorsamst zu befolgen habe. Basilius Balschs Bojar und abgeordneter der Boukovina * * * Prezentat, 13 noiembrie 1780 Prea Plecată Pro Memoria Bunăstarea patriei, perspectiva fericită a unui viitor plin de bucurie, prosperitatea statului și vocea poporului care proslăvește
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trad., incomplete). Anexa II 1791 <ianuarie-februarie>1. Memoriul lui Vasile Balș privitor la situația Principatelor Române în contextul internațional din sud-estul Europei. Geschichte und Bittschrift des vormahligen Bojaren Balsch Die Geschichte, diese für den Staatsmann wie für den Weltweisen getreue und unentbehrliche Lehrmeisterin, hat uns unter so manchen merkwürdigen Revolutionen zwei aufbewahrt, welche die Aufmerksamkeit des Denkers vor allen anderen auf sich ziehen: Roms Entstehung, Wachstum und Allmacht, und dessen Verfall und Umsturz. Sollte die Zeit, welche dem Anschein nach zwar
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